Various: On the Beach Vol.4
Review:
Zumindest in letzter Zeit hatte man das wirklich gute Gefühl mit 08/15-Chillout-Samplern verschont zu bleiben. Vielleicht nimmt man die Übersättigung des Marktes auch nicht mehr so wahr. Zu oft hat man sich in diesem Sektor plakative kopiert und damit selbst ein Eigentor geschossen. Die Mitte der Neunziger Jahre aufgekommene Welle der Begeisterung für relaxte Mucke aus elektronische Beats und südländischen Einschlag breitete sich aus wie die Pest im Mittelalter. Von Buxtehude über Berlin und darüber hinaus gab es einfach kein Cafe, keine Bar und keine Dorf-In-Kneipe, die diese markanten und unhektischen Sounds nicht spielte. Lounge Groove eroberten die und mehr und mehr ging die Seele dieses neu gegründeten Genres verloren. Die edelen und soulfulen deephousigen Ansätze wichen den Oberflächlichkeiten, die sich nicht mehr von einander abheben wollte. Konzepte gab es irgendwann auch nicht mehr. Alles war irgendwie Cafe del Mar oder lationflavoured Jazzhouse…oder wie auch immer. Die Compilationreihe „On the Beach“ geht nun auch in die vierte Runde. Der Chefcompiler ist ein alter Bekannte und Kenner der Materie. Lorenzo Al Dino, DJ und Produzent hatte auch seine Phasen, in denen seine Musik einfach nur beliebig war – sich nicht mehr aus der in einem (kommerziellen) Masse abhob. Schlecht war sie bei Laibe nie. Den Ibiza-Faktor hin oder her – auf der vierten Folge der Reihe zeigt er Vielfalt und die nötige Portion Entspanntheit. Beliebt ist die Doppelcd doch oft – aber sie läuft ja meistens auch nur im Hintergrund, und dort erfüllt sie ihren Zweck bestens.
Auf CD 1 (SUNRISE) führt er noch flockigen Brazil, Bossa Nova und Latin-Elemente in den Vordergrund und kann sehr nett unterhalten. Wirklich gut wird es jedoch auf CD 2 (SUNSET) wo er die Houseplatten rotieren lässt. So scheint es anfangs doch etwas wässrig und substanzlos, wo es doch gleich zur Sache geht. Deep und beseelt packt er wirklichlich Saisonhighlight auf die Wheels of Steel. Chuck Love und Voom:Voom (im Charles Webster Remix) allein voran. Das kommt schon so was wie Inselfieber im positiven Sinne auf. Wer davon wirklich hart erfasst wird, kann auch gleich die Koffer packen und auf Ibiza im Jockey Club den Mann live am Plattenteller sehen und hören. Vier Caipis für Tisch Fünf, bitte.
Peter Hagen
1beat.de Gewinnspiel:
In Kooperation mit SonyBmG verlosen wir zwei Expemplare des Chillout-Samplers "On the Beach Vol.4". Wie immer: die ersten zwei Mails im Postfach von redaktion@1beat.de mit dem Betreff "Summer Love" gewinnen.
Tracks:
- 01. On the beach (Deep Josh Vocal Mix)
Releases:
- Various: On the Beach 4, VÖ: 11. Juli 2008







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