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Various: Soviet Funk 2

Various: Soviet Funk 2

Irgendwo in Minneapolis, Minnesota liegt das „Geheimversteck“ eines kleinen Independent-Labels, das sich angenommen hat, Plattensammlern und Sample-Fetischisten das Leben zu erleichtern. Weil es mittlerweile nicht mehr reicht, mit rein amerikanischen oder britischen Funksamplern, die Ohren der Dj´s und Musik-Aficionados zu gewinnen, begibt sich Secret Stash Records auf musikhistorisch jungfräuliches Terrain. „Soviet Funk 2“ versammelt – wie der Name schon verrät – Musik aus der Sowjetunion, genauer gesagt aus Chakassien, einer Republik im mittleren Süden Russlands. Bereits für den ersten Teil gelang es Secret Stash Records, den Musiker Pavel Sysoyev zu gewinnen. Sysoyev war zwischen 1971 und 1976 Mitglied im – staatlich kontrollierten – sowjetischen Komitee für Fernsehen und Radio und damit beauftragt, für die sowjetische Führungsriege Musik zu produzieren. Trotzdem gelang es ihm, befreundete Musiker in das Studio einzuschleusen und zu später Stunde Aufnahmen mit ihnen zu machen.

Nach wochenlanger Sichtung des unüberschaubaren Fundus von Sysoyev, kompilierte Secret Stash nun 8 Perlen aus Breschnews Ära. War Volume eins noch mehr im Funk verwurzelt und als Einführung gedacht, wird auf dem zweiten Teil mehr die jazzige Seite seiner Sammlung beleuchtet. Komplexe Kompositionen und vertrackte Poly-Rhythmik jenseits des 4/4 – Takts scheinen die Stücke aus Sysoyevs Feder auszuschmücken. Dabei verfehlt der Titel eher das Genre der Compilation, handelt es sich doch mehr um Jazz und Jazzfunk. Musikalische Verwandte auf der anderen Seite des Atlantiks lassen sich in Lonnie Liston Smith oder Herbie Hancock ausmachen, wenn Pavel Sysoyev in „zabludils’a“ das Fender Rhodes bedient. Dennoch sind alle Stücke von sorgfältiger technischer Präzision geprägt und stehen US-amerikanischen Produktionen in nichts nach. Mit dem innigen und angestrengten Saxophon-Solo „Angel Moy“ endet die B – Seite und schraubt die Regler der Geschichte wieder in die Gegenwart.

Fazit: Ein angenehmer, teils anspruchsvoller Hörgenuss, für den kosmopolitischen Jazzliebhaber mit Hang zur Geschichte. Einen originellen Augenschmaus hat Secret Stash für alle Plattensammler parat: Das Vinyl kommt – ganz sowjetisch – in rot-schwarzer Farboptik. Mehr Infos zu Secret Stash gibt’s unter: http://secretstashrecords.com/

Text: Michael Ortner

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