Various: Strange Breaks & Mr Thing 2
Review:
BBE Music hat sich dazu entschlossen die Reihe „Strange Breaks & Mr. Thing“ weiterzuführen. Hört man die Auswahl an raren und in Diggerkreisen sehr gesuchten Stücken kann man hier nur voller Freude berichten, dass es wieder eine ganze besondere Zusammenstellung geworden ist und dem Niveau der Labelkollegen Kon & Amir durchaus das Wasser reichen kann.
Mr. Thing, seines Zeichens Produzent, Plattensammler und talentierter Plattenkratzer der gerne zwischen den Welten des HipHop und der alten Schule zwischen Funk, Soul, Rock, Jazz und Latin switcht bekommt hier eine weitere Gelegenheit sein fundiertes Wissen über groovigen Sound aus den 60ern und 70ern darzubieten. Ohne die Vorläuferausgaben „Strange breaks & things“ mindern zu wollen muss man hier die beiden Zusammenstellungen denen derer von Kenny Dope und DJ Spinna hervorheben. Bei Leibe fehlt es den Kollegen nicht an Mixingskillz und an Digger-Fachwissen oder einem prall gefüllten Plattenzimmer (..man spricht bei solchen Herren schon lange nicht mehr von Regalen sondern von Zimmer, weil ihr Vinylbestand auf 80.000 – 100.000 geschätzt wird). Vielleicht hatte Mr.Thing auch einfach nur mehr Zeit tiefer zu gehen als die wertgeschätzten Plattenleger aus New York. Da hat wohl auch Peter Adwark, Chef von BBE und selbst passionierter DJ und Sammler sowie Kenner, erkannt und sich wohl deshalb für eine Fortsetzung mit britischen Turntable-Wirbelwind entschieden.
So gibt es gleich zu Beginn Jazzfunk von der Frank Pleyer Big Band mit einer Melodie die man irgendwo im Sample-Kosmos zwischen Shadow, Krush oder Pete Rock schon mal gehört hat. Dann geht es zu einer Funkperle von Jake Wade & The Soul Searchers der Gitarrenriff, Bassline und vor allem den Drums einen Rare Groove-Fan in Euphorie versetzen wird. Abgefahrenes Samplematerial irgendwo zwischen Karl May-Soundtrack und orientalischen Breaks findet man genauso wie großartige Funkfeuerwerke für die Tanzfläche wie „She’s about a mover“ (Roy Head) und das passioniert beseelte „You made a believer“ (Ruby Anderson). Daneben gibt es noch ganz eigene Coverversionen von Jackson Five’s „ABC“ (Hot Butter & Soul) oder Jimmy Castor Bunch’s B-Boy-Classic „It just begun“ (Hot City Bump Band).
Puristen werden natürlich immer wieder verzweifelte Hilferufe ausstoßen wenn sie Mr.Thing auf den raren Perlen herumcutten hören. Deshalb bietet die CD auch eine gemixte und eine ungemixte Variante an. Soviel seltenes und fast unmöglich zu bekommendes Material auf einem Haufen – eigentlich braucht es für einen Plattenkauf nicht mehr Argumente.
Peter Hagen







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