Das inzwischen auch in Berlin ansässige Londoner Independentlabel BBE Music gehört seit über 10 Jahren zu den Imprints denen man schlicht weg blind vertrauen kann. Welches Label kann sich so etwas auf die Fahne schreiben, besonders in Zeiten in denen viele Plattformen kommerzielle Kompromisse angehen müssen um überhaupt überleben zu können. BBE hat sich nicht eine Nische gesucht, sie haben sich ihre eigene Nische im Lauf der Jahre geschaffen. BBE, steht für „Barely Breaking Even“, benannt nach einer musikalischen Perle der Universal Robot Band aus dem Jahre 1982. Das Mastermind dahinter, Labelchef Pete Advarkwah, hat von Anfang an darauf geachtet, dass man sich vom Rest des Marktes abheben kann. Dabei hat er über Jahre hinweg seine Kontakte in die DJ-Szene genutzt und wahres Fachpersonal wie den französischen Housegott DJ Deep, den brasilianischen Drum’n’Bass-Helden DJ Marky, HipHop-Legende Mr. Fingers, den Discoexperten Dimitri from Paris oder die Allroundtalente DJ Spinna oder Masters at Work um sich gescharrt. Diese geballte Kompetenz verschuldete die Platzierung, besonders auf dem Compilationsmarkt. Dort steht, neben Souljazz Records, BBE wie eine Festung. Qualität in Auswahl und Klang wird hier als oberste Priorität gesetzt. Verschieden Reihen wie „The Beat Generation“ oder „Kings of…“ haben den Markt überrascht und vielleicht sogar etwas revolutioniert. Eine weitere etablierte und beliebte Serie ist auf BBE „Strange Games & Funky Things“. Hier schlägt man seit 1997 die Brücke zwischen Rare Groove und HipHop. Dabei geht man verschieden Wege auf einer Platte. Zum einen präsentiert man Tanzflächenhits zwischen Soul, Funk, Brasil oder Jazz um im gleichen Zuge extra seltene und ultra schwer zu bekommende Grooveschätze auszugraben. Auch auf der fünften, aktuellen Folge ist das nun wieder überragend gelungen. „I ain’t got the love“ von The Ambassadors verdeutlicht warum Pete Rock für „I got the love“ auf seinem HipHop-Meilenstein „The Main Ingredient“ hier gesamplet hat. „Sweet Stuff“ von Sugarhill Rec. Gründerin Sylvia zeigt, dass sie Stevie Wonder im Herzen trug. Psychedelische, fast schon legendäre Ausfläge zwischen Funk und Rock der Gruppe WAR wird hier genauso gespottet wie weltliche, bislang nur Insidern und Nerds bekannten Sounds von C.K.Mann oder Fransisco Aguabella. Bis Merry Claytons Interpretation von „Gimme Shelter“ und „For the love of Money“ der Philly Armada Orchestra der Tanzfläche zeigen was “Fire” ist (ganz nach dem Ethos der Ohio Players). Ich kann kaum glauben, dass diese Compilation dieses Jahr noch mal getoppt wird weil sie insgesamt so ausgewogen und potent ist.
Peter Hagen
“Als Teaser erscheint am 30.08.10 die 7inch “Faded Lady” des SOS Orchestra. Am 28.09.10 erscheint auf BBE Music dann die Compilation als Vinyl und Download.”
dauert ja noch ewig bis die scheibe erscheint…..schöne Rezi, danke. Kein Bock zu warten…