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Various: The American Boogie Down

Various: The American Boogie Down

In Zeiten lange vor Serato und Final Scratch war es das schwarze Gold namens 12inch Vinyl, dass die Djs sehnsüchtig, fast täglich zu ihrem Plattenhändler des Vertrauens rennen lies. Gerade Ende der 70er Jahre, in den Hochzeiten der Disco-Ära gehörte es zur Königsdisziplin die neusten Boogie-Tunes im Koffer zu haben. Der Unterschied zu den Tanzflächenhymnen der Salsoul-Maschinerie durfte der Boogie auch mal etwas schmalziger und slow down sein. Man muss nicht damit aufgewachsen sein, um diesen Sound fühlen und aufnehmen zu können. Denn der Stempel „funky“ befindet sich hier auf drauf – nur nicht so dreckig wie ihn die Mannen um James Brown und dessen JB’s in den 60ern gespielt haben. Hier riecht alles nach dem neonbunten Crash der 80s. Es darf nicht nur sondern soll sehr cheesy sein. An diesem durchaus eigenen Charme scheitern ja oft Freunde des Rare Grooves, bzw. des etwas älteren Funk und Soul. Im Prinzip ist es jedoch nur einen Weiterentwicklung gewesen, die die urbanen Einflüsse mit dem damaligen Zeitgeist aufgesogen und vermischt hat. Minder ist die Qualität dieses „modern Soul“ auf keinen Fall. Ohne auf bekanntes Material zurück zu greifen hat Jerome Derradji eine wunderbare Compilation für BBE Music zusammengestellt. Sozialkritische Texte vermisst man deswegen, weil es nie das Ziel von Boogie war. Es scheint fast so, als ob man das dem aufstrebenden Genre HipHop überließ. Die Botschaft war, deutlich von Grayship Daviz auf den Punkt gebracht: „Get up, get down and let your body pop“. Fast vergessene, oder für manche nie gehörte Interpreten wie Galaxy, Destiny in Time Band oder Devarne spiegeln fantastisch welche Wirkung dieses Genre heute noch, nicht nur auf Dancefloors, haben kann.

Der Algerier Derradji, lebt und arbeitet seit fast 10 Jahren in Chicago. Er ist nicht nur Chef des Still Music Labels und Produzent sattelfester House Music, sondern auch eine Discoliebhaber und Kenner. Deswegen ist dieser Sampler auch einfach nur top.

Peter Hagen (Jazzriots)

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