Review

Various – The Craig Charles Funk & Soul Club

funky

Review:

Wer nicht schnell genug war bekam keiner mehr ab. Die 7inches im Nischenbereich FUNK & SOUL haben immer noch einen hohen Stellenwert und sind das Kultur- und Kultgut. Spricht man mit den Labelbetreibern gibt es gerade hier auch immer wieder Hochs wie Tiefs. Vinyl ist und bleibt eine Konstante – aber die Singles gibt es immer nur in einer gewissen Auflage. Die innovative Rage against the Machine-Coverversion “Killing” von THE APPLES ist da so ein Beispiel. Alle relevanten Genre-Djs haben das brachiale Partypotential und die Qualität dieser Single sofort erkannt und im nächsten Augenblick war nicht nur die 7inch, sondern auch die nachgepresste 12inch ausverkauft. Viele Vinyl-Sammler und Funk-Nerds schauten in die Röhre. Dem soll und wird mal wieder mit einer schönen Compilation über Freestyle Records aus London entgegengetreten.

Dafür hat man sich den ehrenwerten Herrn Craig Charles ausgesucht. Der DJ und Radiomacher ist die Instanz in UK wenn es um das Metier Soul, Funk, Afrobeat und Reggae geht. In seiner Show auf dem digitalen Sender BBC6 hat er eine Plattform mitgestaltet die Aktivisten, ganz im Geiste von John Peel, vorstellen, die großartige Musik im Nischendasein machen. Hier spielt wöchentlich der Funk. Hier wird Soul gelebt. 12 Jahre läuft die Show und hat so manchen Szenehype entstehen lassen. Charles wurde zum Sprachrohr der weltweiten Gemeinde. Neben seiner Radioshow spielt er als DJs Gigs in seinen Resident-Locations in Manchester und Leeds, die regelmässig mit überweltigendem Erfolg dem Mainstream die Stirn bieten. Legenden wie Maceo Parker adelten Charles höchstpersönlich.

Das interessante an Charles ist, dass er sich nicht verlegt und herrlich offen gegenüber neuen Grooves ist. Die Zeiten des Keb Darge-Purismus und der Rare Groove-Spießerei scheinen endlich durchbrochen zu sein. Am Ende des Tages geht es um gute Musik, deren Sozialisation im Sound der 1960er und 1970er liegt.

So findet man auf Charles erster Compilation die australischen Funkmeister von The Bamboos mit einer dynamischen Definition von”Amen Brother”. Hier hört man die spanischen Rookie The Excitments, die offensichtlich viel Tina&Ike-Songs als Inspirations nahmen. Es gibt natürlich das gesuchte “Killing” von The Apples aber auch ruhige Rhythm’n'Blues Stücke wie “A time for” von Lack of Afro und Wayne Gidden. Es gibt starke Nummern mit Northern Soul-Refernezen wie hymnische “Hard Work” von Smoove & Turrell und der heimliche Überhit von Nostalgia 77, als er Alice Russell zum White Stripes covern forderte. Um die Vergangenheit zu huldigen gibt es dann noch den ewigen Hit “The Snake” von Al Wilson neben anderen vielen großartigen Songs.

Text: Peter Hagen


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