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Various: The Real Masters of HipHop

Various: The Real Masters of HipHop

HipHop ist Sell-Out. HipHop hat seinen ursprünglichen Geist verloren. HipHop ist Mainstream und schon lange keine Subkultur – schon gar keine Jugendbewegung mehr. HipHop hat vergessen woher man kommt. Mit diesen Aussagen musste sich HipHop in den letzten Jahren immer wieder auseinandersetzen und die verschiedenen Problematiken diskutieren. Zum Glück gab es immer wieder Künstler die einfach nur HipHop gemacht haben und die Musik in Fokus gestellt haben und damit die Attitüde überhaupt nicht diskutieren mussten. Das waren meist keine One-Hit-Wonder, sondern Künstler die das ganze Spiel mit beeinflusst bzw. beprägt haben. Jay-Z, Outkast oder Busta Rhymes sollte an dieser Stelle genannt werden. Aber auch sie haben ihre Kunst im Mainstream platziert und gewisse Kompromisse gemacht – bleibt die Frage, in wie weit das die Qualität ihrer Musik veränderte und ob es wirklich fatal für die Kultur war und ob es HipHop in seiner Reinform wirklich gibt, wie es so mancher 90er Realkeeper sich lauthals auf die Fahne schreibt die er stolz schwenkt!? HipHop ist eine sehr junge Kultur und hat gerade mal 30 Jahre auf dem Buckel. Hits und Hymnen gab es viele in all den Jahren. Zeitlose Partyshaker, charts-relevante Clubtunes wie deeper Genickbrecher en Masse. Es erscheint also ein fast unmögliches Unterfangen, einen Sampler zu erstellen, der all das wieder spiegeln kann! Eine Compilation zusammen zu stellen, die HipHop-Fans anspricht und Einsteigern einen Überblick gibt, könnte schwieriger nicht sein.

Gibt es ja schon eine ganze Flut an Releases die sich der Thematik widmen. Aber das eingefleischte HipHop-Gemeindemitglied muss oft den Kopf schütteln wenn irgendwo HipHop draufsteht, jedoch R’n’B und Chartspop unter dem Banner „Black Music“ drin ist. Reine HipHop-Sampler sind rar. Um so schöner, dass sich der Sportbekleidungskatalog und Liebling aller B-Baller, Kickz, mit Sony Music zusammen gesetzt haben um das Problem zu beheben. Man darf ihnen dazu gratulieren. „Feel the Spirit – The Real Masters of HipHop“ kann alles.

Man findet hier auf der Doppel-CD einen gelungenen Überblick auf das was war und was ist. Die Heads werden jubeln, dass man hier die geballte Kraft der Classics zu einander führte. Gangstarr mit „Full Clip“, Mobb Deep mit „Shook Ones pt.2“, Nas mit „Nas is like”, M.O.P mit “Ante up” treffen auf Kulturfundamente von KRS ONE, DE LA SOUL und ATCQ. Da waren Kenner bei der Arbeit und keine Büropraktikantin die schnell mal die Best-Of-Black-Billboard-Charts zusammenfasste.

Daneben gibt es natürlich auch einige elementare Tunes die den aktuellen State of Art wiedergeben. Der dreckige Süden wird mit den Clubmovern von Three 6 Mafia, Pitbull und Flo Rida vertreten. Daneben gibt es Hits der Bravo Black Hits-Generation wie Kardinal Offishal, T-Pain oder Kid Cudi.

Man findet hier 39 Tracks, die eher einen Einblick als einen Überblick geben – dafür hat man die alte Schule total außen vor gelassen. Wobei man ja inzwischen Kurtis Blow oder die Sugarhill Gang auch auf jeden zweiten 80er-Billig-Sampler bekommt. Natürlich werden jetzt viele Heads sich beschweren, dass man EPMD, Public Enemy, Run DMC etc. hier vergessen hat und überhaupt den ganzen Untergrund hier nicht spottet – aber Jungs, das habt ihr doch sowieso schon im Regal stehen.

Die wahre Verlockungskunst dieses Samplers liegt darin, dass man hier Kulturhighlights von Camp Lo, den Fugees, Delinquent Habits, Cypress Hill, Biz Markie oder Big L. mitgeliefert bekommt. Oder wie es die Dead Prez seit vielen Jahren inbrünstig mit gehobener Faust Richtung Himmel von der Bühne brüllen: „Hip Hoooop, Hip Hoooop“. Denn genau das ist hier tatsächlich auch massiv auf der Doppelcd vertreten. Kein R’n’B, keine Spielchen. Nur HipHop.

Peter Hagen

SPECIAL:
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“Wann starb 2Pac Shakur”?

Veröffentlicht am

2 Kommentare

  1. schade, dass hier viele Kommerz-artists vertreten sind, aber wie du schon schreibst, peter, den sound hat man als wahrer HipHop-Head sowieso schon :-)

    Gruß
    Disse

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