Irgendwie tut man sich schwer, nach all dem Hype um Innervisions Records und die Tanzflächenmonster wie ,,Rej” oder ,,Sleepy Hollow” etwas ganz anderes von Mastermind Dixon und dessen Umfeld anzunehmen. Hat man sich in den letzten Jahren doch immer darauf verlassen können, dass die Produktionen des Berliner’ Labels HOUSE MUSIC der ganz eigenen Marke vertritt und vertreibt. Ame, Schwarz, Goldmann, Worgull, Atjazz, Chateau Flight…sie alle scheinen eine Symbiose mit Innervisions eingangen zu sein – die man nicht mehr missen will. Doch abseits diesen Tanzflächen orientierten Produktionen gibt es auch noch die Liebe des Steffen Berkhahn (Dixon) zu Funk, Soul und klassichem Disco. Zwar weiss man, dass er wie kein anderer in Deutschland für die DeepHouse-Renaissance als DJ und Produzent geschuftet hat, jedoch fehlte es ihm nie an dem gewissen Blick über den Tellerrand hinaus. Seine hervorragenden Zusammenstellungen für das Jazzanova-Label (Off Limits) zeigten beeindruckend welches Fingerspitzengefühl dieser Mann für (Future-)Jazz, Funk, Broken Beats oder eben Disco entwickeln kann. Das Zusammentreffen mit dem Songschreiber und Musikproduzenten George Levin sorgte dann dafür, dass man sich auf das Abenteuer Wahoo einließ. Die Erfahrungen beider sollte hier einfließen und eine modernes Popalbum entstehen lassen – was ,,Take it personal” mit absoluter Sicherheit auch geworden ist. Der Track ,,Loud” atmet gleich einen funky wunderbar tanzbaren Groove und bekommt noch ein bisschen Unterstützung von Capitol A, dem Lieblings-MC der eklektischen Szene. Dieser Veredelte schon vor zwei Jahren das Tanzflächenüberbrett ,,Make’em Shake it” – dem unumstößlichen Raketenstart des Wahoo-Projekts. Einem Start der im Nachhinein falsch verstanden wurde, falsche Hoffnungen geweckt hatte. Die zwei Wahlberliner wollte mehr BLAZE sein, als BUGZ. Wenn man das Album hört, fühlt man das sofort. Den Soul haben sie auf alle Fälle gepaart mit modernen Beatcollagen. Die Fusion ist gelungen. Geholfen wird hier von edelster Stelle. Detroit Nachwuchskellchen und Carl Craig-Protege Paul Randolph findet hier genauso wie House-Legende Robert Owens eine Fläche für ihre einzigartige Stimme. Basement Jaxx’ Felix Buxton bringt dann noch etwas Skafeeling im Clubformat auf ,,I’m your Lover” mit hinein, nachdem Levin zeigt, dass der Soul auch ein we
Insgesamt hat man dann auf ,,Take it personal” ein harmonisches Gemisch der offensichtlichen Inspirationsquellen der beiden Produzenten. Da hört man gerne mal Motown genauso wie Prince sowie die Referenzen zu Sade und dem beseelten House der großen New Yorker Ära um Larry Levan oder Tony Humphries. Am Ende ist es jedoch ein hervorragendes, modernes Popalbum mit vielen Facetten aus Dance, Pop und Soul- die Spaß machen und zum tanzen (und mitsummen) animieren.
Ein kleiner Mangel muss man jedoch hier deutlich herausheben. Das wundervolle ,,Holding you” mit der bezaubernden Berliner Next-Level-Sängerin Celine Bostic ist nicht auf dem Album vertreten. Schade – jedoch nicht ganz so schlimm. Genug gute Songs mit bestem Songwriting gibt es ja und die 12inch mit dem essentiellen DeepHouse-Summer-Good-Feeling-Remix von ,,Holding you” kann man ja auch noch kaufen. Tip!
Peter Hagen (Jazzriots)