Review

Waldeck: Ballroom Stories

Waldeck: Ballroom Stories

Ob Klaus Waldeck, ein Wiener Musiker und Produzent, ein genialer Stratege ist – wissen wir nicht. Wir wissen aber, dass er den Ohrwurm ,,Make my day” für die TV-Werbung der neuen C-Klasse von Mercedes erschaffen hat und dieser uns verzückt mehrmals täglich grinsen und wippen lässt. Das ist eine sehr sympathische Voraussetzung für sein inzwischen sechstes Album. Dem Downbeat und Future Jazz hat sich der Österreicher schon während seiner Studienzeit Anfang der Neunziger in London angefreundet. Was danach geschah, ist ja bekanntlich unter ,,Kult” und ,,Wiener Downbeat Schule” alla Kruder & Dorfmeister und G-Stone Records einzuordnen. Diese Zeit scheint jedoch gar nicht so weit weg, wenn man seinem neuen Werk ,,Ballroom Strories” lauscht. Die Idee musikalischen Strömungen/Erinnerungen von ,,Kabarett und Chanson-Kultur der Vorkriegszeit” in seinen wabbernden, nicht zu dick aufgetragenden, Dub-Sound einfließen zu lassen ist erfrischend gut gelungen. Besonders auf “Midsummer night blues” kommt Sängerin Zeebee der Inkarnation einer Billie Holliday nach. Und das ist sehr sehr hörenswert. Der Rest auch – wobei diesmal wirklich mehr im Kaffeehaus als im Club. Das mit der Innovation ist so eine Sache, die nun mal nicht jeder erschließen kann. Das heisst aber bei Leibe nicht, dass ,,Ballroom Stories” nicht höchst unterhaltend, wenn nicht sogar beswingend ist.

Peter Hagen (Jazzriots)

Veröffentlicht am

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Connect with Facebook

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>