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Wu-Tang Clan: Chamber Music

Review:

Der Wu-Tang-Clan, der Zusammenschluss von MCs aus New York Staaten Island, der Mitte der 90er Jahre alles im HipHop veränderten und einen völlig neuen Style etablierte, war dem unwürdevollen Sterben so nahe. Das letzte offizielle Album „8 Diagrams“ war mehr als eine Enttäuschung. Wurde es doch als die Rückkehr des original und ursprünglichen Style, der den Wu bekannt und berüchtigt gemacht hatte, angekündigt. Was für ein Luftschloss! Welche eine Enttäuschung für alle Wu-Anhänger. Kontinuierlich ging die Qualität der Soloveröffentlichungen der Mitglieder steil nach unten. Zu unbeweglich (U-God, Inspectah Deck, GZA), zu desorientiert (Methodman) und zu unentschlossen (Reakwon) schienen die Projekte der begnadeten Rapkünstler. Einzig Ghostface Killah brachte kontinuierlich große Werke zu Stande.

Hinzu kamen Schicksalsschläge für die Gruppe, die auch erst einmal verdaut werden mussten. Mitgliede ODB starb, viele Unstimmigkeiten wegen den Produktionen mit dem Mastermind RZA kamen an die Oberfläche und in die Streitigkeiten wurden teilweise in der Öffentlichkeit ausgetragen. Da einst so mächtige Wu-Imperium, dass immer aus der Geschlossenheit seine Stärke zog, schien zu bröckeln. Waren es die großen Anfangserfolge und kommerziellen Siegeszüge die den Hunger auf mehr nahmen. Am Beispiel Methodman, dem Fanliebling, könnte man das wirklich festmachen. Die ersten zwei Kollektiv-Alben liebten die Fans und die Kritiker gleichsam. So etwas gab es in der HipHop-Historie selten. In der Tat gab es auch selten so eine Dominanz wie sie der Wu Mitte bis Ende der 90er auf die Szene ausübte. Die Zeiten waren definitiv vorbei als die Langweile und das Gefühl der Übersättigung vor dem Hörer nicht mehr zu verbergen war. Analog vielleicht zu der schwachen Phase von Kollege Nas zu sehen, der ja auch erste wieder seit Stillmatic satte Arbeit abliefert und vorher irgendwie den Saft verlor.

Nach den äußerst enttäuschenden Solowerken der meisten Wu-Gambinos und merkwürdigen, oft nicht mehr nachzuvollziehenden Exkursionen des RZA als Comicheld, stellten sich die Hoffnungen auf die alte Stärke Anfang des Jahres wieder ein, als Reakwon mit „Wu Ohh“ die Fortführung seinen ewigen Klassikers „Only built 4 Nubian Linx“ ankündigte.

Umso überraschender ist das Projekt „Chamber Music“ von RZA jetzt wie aus dem Nichts aufgetaucht. Noch viel mehr geplättet ist die Qualität des Werkes. Warum ist diese Scheibe jetzt erst gemacht worden? Hier gehen sie eins zu eins und scheinbar ohne Kompromisse zurück in eine Zeit, als Wu-Tang-Clan wie ein Kung-Fu-Meister sich nur auf seine Stärke besann und nicht neue Style ausprobierte um mit den jüngeren Kämpfern mithalten zu wollen. RZA hat nicht nur wieder die Sample-Kiste mit den alten Soul und Jazz-Platten entdeckt, sondern auch wieder die Material-Arts-Filme nach brauchbaren und genialen Vocal-Samples zerstückelt. Hier bastelt sich der Produzent eine Hommage an die eigene Vergangenheit.

Da es sich hier nicht um rein astreines Wu-Album handelt, vermisst man die lyrische Beschlagenheit von GZA und den Entertainment-Faktor des Weedbruders Meth. Dafür hat man East Coast-Rap-Veterane eingeladen um sich mit den übrigen Wu-Membern zu vereinigen. Die Idee und die Umsetzung wäre ist den 90ern natürlich euphorischer angenommen worden – jedoch kein Grund hier nicht noch mal zu unterstreichen dass es pures Dope ist, wenn der Wu auf Masta Ace, AZ, M.O.P, Sean Price, Cormega, Sadat X und Kool G Rap treffen. Nicht alle Tracks sind wirklich Highlights, aber auf allen ist ein enormer Zug nach vorne zu spüren.

Peter Hagen

Tracks:

  • 01. Redemption
  • 02. Kill Too Hard FEAT. Inspectah Deck, U-God, Masta Ace
  • 03. The Abbot FEAT. RZA
  • 04. Harbor Masters FEAT. GHOSTFACE, AZ, INSPECTAH DECK
  • 05. Sheep State FEAT. RZA
  • 06. Radiant Jewels FEAT. Raekwon, Cormega, Sean Price
  • 07. Supreme Architecture FEAT. RZA
  • 08. Evil Deeds FEAT. Ghostface Killah, RZA, Havoc
  • 09. Wise Men FEAT. RZA
  • 10. I Wish You Were Here FEAT. Ghostface Killah, Tre Williams
  • 11. Fatal Hesitation
  • 12. Ill Figures FEAT. RAEKWON THE CHEF, M.O.P., KOOL G RAP
  • 13. Free Like ODB FEAT. RZA
  • 14. Sound The Horns FEAT. Inspectah Deck, Sadat X, U-God
  • 15. Enlightened Statues FEAT. RZA
  • 16. NYC Crack FEAT. RZA
  • 17. One Last Question

Releases:

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Interpret:
Wu-Tang Clan
Label:
E1 Music
Stil:
Hip Hop

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Community


1 Kommentar

Hier könnt ihr auch noch die Tracks vorhören, falls ihr noch nichts wisst, ob ihr euch das Teil holen sollt:

http://artists.universal-music.de/_artists/wutang/

Danach wirds keine Zweifel mehr geben!^^

 
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von Triebtaeter
vor 934 Tagen

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