Ghostface Killah wurde von einigen Blogs weltweit zu beliebtesten Rapkünstler gewählt. Merkwürdigerweise spiegelt sich dieser Status nicht in den Verkaufszahlen seiner Alben wieder. Ein Tatbestand den man sicherlich auf viele weitere Künstler beziehen kann. Viele Heads honorieren jedoch immer noch die gute, kontinierliche Arbeit des Wu-Gambinos und kaufen seine Alben noch. Man konnte nicht immer sagen, dass jeder Wu-Tang-MC großartige Werke abliefert. Gerade Methodman, der einstige Everybody’s Wu-Darling, konnte seit seinem Debüt nicht mehr wirklich viel reisen. 2009 war für den Wu insgesamt ein gutes Jahr. Reakwon überstrahlte mit seinem Sequel zum Klassiker „Only built 4 Cuban Linx“ alles und Meth vereinte mit Redman auf „Blackout II“ alte Werte und neue Kräfte. Das „8 Diagrams“- Desaster scheint wie weggeschwemmt und neue Projekte werden wieder mit Spannung erwartet. Das Erste erscheint am 19. Februar 2010 auf Gold Dust / Natur Sounds. Das inoffizielle 10. Mitglied (neben Cappadonna) des Clans, DJ und Producer Mathematics veröffentlicht “Return of the Wu & Friends”. Auf dem von ihm zusammengestellten Mix vereint er exklusive Tracks („Steppin’ 2 Me“), vergessene bzw. bisher unveröffentlichte Songs mit ein paar klassischen Tunes. Mathematics remixte hier „Respect mine“ und „Clap“ ganz neu. Diese Songs konnte man auf seinem Debüt aus dem Jahre 2003 schon mal hören. Mathematics dokumentiert hier vor allem seine Werke für den Wu die man auf „The W“ und dem leider schwachen „8 Diagrams“ hören konnte. Gerade die Kollaborationen mit GZA und den Blackout-Irren gehören zu seinen wichtigsten Werken. Wu’s „All Flowers“ und Masta Killa’s „Iron Gold Chamber“ sind klassisches Wu-Material das Fans lieben werden. Resümierend kann man hierfür durchaus eine gute Note verteilen, weil es 15 Tracks voller gutem HipHop gibt, der die Nostalgie des alten, ursprünglichen Wu wieder gibt und seine Entwicklung aufzeigt. Läuft! Auch wenn hier kein neues “Ice Cream” oder “Protec ya nec” zu finden ist. Mit “Early Grave” gibt es aber noch einmal ein Wubanger der alten Klasse und ein seltenes Dokument des Rapfanatismus des verblichen ODB.
Peter Hagen