Bei Osunlade weiss man von seiner Wurzelverbundenheit und Affinität zu afrikanischen Sounds. Louie Vega und Kenny Dope (Masters at Work) frönen nicht nur die Latin Grooves sondern gerne mal auch Afrobeat in Verbindung mit House (Ekabo). Allrounder King Britt hat bereits unter mehreren Pseudonymen die Liebe zum Mutterland musikalische zum Ausdruck gebracht (Oba Funke). Der Broken-Beats-Zirkel um Seiji und die Mannen von den Bugz in the Attic zählen Afrobeat sogar zu einen der wichtigsten Zutaten ihres futuristischen Funk-Entwurfs. Das Cover von Fela Kutis ,Zombi’ war hierzu wohl die schönste Hommage die sie machen konnten. Hier drauf war eine ganz charakteristische Stimme zu hören. Wumni, mit dem Slang von Lagos, der Energie von New York und der Dance Culture von London – eine ganz eigene Persönlichkeit. Markant konnte man dass so wirklich bei den Nuyorcian Soul Parties in Miami betrachten. Hier tanzte, sang, trommelte und inspirierte eine ganze Riege an gestandenen Musikern. Jocelyn Brown und Roy Ayers schwärmen heute noch von der jungen Afrikanerin. Weiter Gastauftritte bei Franck Biyong oder dem Trüby Trio brachte ihre weitere Aufmerksamkeit. So war es nur eine Frage der Zeit wann ein eigener Longplayer folgen sollte. ,,A.L.A” hat all die Zutaten die man von Wumni erwartet hat. Natürlich mit den Groove-Ideen die alte Bekannte wie Siji, Fauna Flash, Seiji, Pastaboys, Tony Nwachukuwu oder Dj Rogall für sie entworfen haben. Es ist durch weg gute Kost – dafür stehen ja schon die Namen der Protagonisten, die ja bekanntlich des Öfteren die Schnittstellen zwischen Traditionellem und Clubkombatiblem Material kreuzten und sogar neu definierten. So findet man auf ihrem Debutalbum mit ,,Crossover” ; ,,Keep it rockin’” oder ,,Good Foot Charlie” wirkliches Futter für die Bootyshakin’-Fraktion irgendwo im Schmelztiegel von Broken Beats, Funk, Afrobeat und House. Wo viele das nächste ,,Hold it Down” vermutet haben, ist das Album zwar voll mit tollen Grooves, aber es fehlt ein Hit, der heraus sticht. Aber wer braucht ein (Über)-Hit bei einer Hülle an guten Party-Anthems? Wenn hier Worldmusik-Attitüde auf London-Dance-Underground trifft ist alles gut. Versprochen.
Peter Hagen (Jazzriots)