Review

Wyclef Jean: If I Were President: My Haitian Experience

Wyclef Jean: If I Were President: My Haitian Experience

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Anfang Dezember veröffentlicht der Sänger, Gitarrist, Songwriter und Produzent Wyclef Jean mit „If I Were President: My Haitian Experience“ eine EP mit fünf neuen Stücken, darunter der provokative Song „Election Time“, der unter dem Eindruck seines Versuchs entstand, als Haitianischer Präsident zu kandidieren. „Dieser Song ist von Pink Floyds ‚Another Brick In The Wall‘ inspiriert“, erklärt Wyclef Jean, „vor allem von der Refrain-Zeile ‚we don’t need no education‘. Eine weitere Inspiration war Fela Kutis ‚Zombie‘. Es ist die Stimme der Jugend. Es ist die Stimme dieser Generation. Einmal mehr macht ein Künstler das, was eigentlich die Politiker tun sollten. Es geht darum, die Stimme dieser Generation zu inspirieren.“

Für „Election Time” drehte Wyclef in Zusammenarbeit mit dem haitianischen Regisseur Steve Halloun ein extrem heftiges und gleichzeitig wunderschönes Video auf Haiti, das der Welt einige bislang unbekannte Bilder aus seiner Heimat zeigt. Beide hatten zusammen an der University of Miami Film School studiert und sehen es als ihre Aufgabe, Haiti an allen Ecken und Enden zu helfen. So bescherte der Videodreh den Menschen vor Ort Jobs, u.a. als Schauspieler oder Techniker. „Ich muss alle Seiten von Haiti zeigen“, sagt Wyclef Jean, „es gibt nach wie vor schöne Dinge und ich möchte die Schönheit auch zeigen, aber auch die hässliche Realität, die sich ändern wird. Und sie WIRD sich ändern.“

Im November finden (und fanden) in zahlreichen Ländern Wahlen statt, darunter auch in den beiden Staaten, in denen Wyclef zu Hause ist: die USA und Haiti. Im Karibikstaat findet am 28. November eine „General Election“ von historischer Tragweite ansteht. “Es geht um die Wiedergeburt meines Landes. Die jungen Menschen haben die Möglichkeit, einen Wandel herbei zu führen“, erklärt Wyclef, „ich möchte der Jugend von Haiti sagen, dass sie zur Wahl gehen soll. In der Geschichte des Landes gab es zahlreiche Diktaturen. Aber es ist kein haitianisches Recht, über das wir hier sprechen. Es geht um ein weltweites Recht. Mach von deinem Recht Gebrauch. Deine Waffe ist dein Wahlzettel. Benutze sie und zwar mit Bedacht.”

„If I Were President: My Haitian Experience“ entstand als Familienprojekt, als Co-Produzent stand Wycelf sein Bruder Sedeck Jean zur Seite. Nachdem die beiden ihre ersten musikalischen Schritte gemeinsam unternommen hatten, trennten sich ihre Karriere-Wege, erst das Erdbeben brachte sie 2010 musikalisch wieder zusammen. Sedeck ist auch im „Election Time“-Video zu sehen.

Wyclef beschreibt „If I Were President: My Haitian Experience“ als „die Lebensgeschichte eines Immigranten. Sie ist allen gewidmet, die schon einmal einen Ort verlassen und an einem anderen klar kommen mussten. Es handelt vom Flüchtling in uns allen und wie wir versuchen, uns in die uns umgebende Gesellschaft einzufügen. Aber es ist nicht alles immer nur traurig. Im Leben gibt es Liebe und Hass, Krieg und Frieden. Dies ist die Fortführung meiner Musik und sie zeigt beide Seiten. Sie ist für alle meine Fans. Auch für diejenigen, die mich wegen ‚Gone ‘Til November’ und ‚Hips Don’t Lie‘ lieben.“

„Für mich ist jedes große Album von realen Begebenheiten inspiriert. Es handelt davon, was du gesehen und erlebt hast. Sie stammen von den Großen, die vor mir kamen: Bob Marley, Bob Dylan, Fela Kuti. Die Musik muss echt sein. Fela Kuti benutzte seine Musik als Werkzeug zur Weiterentwicklung für seine Landsleute. Du musst einen Bezug zur Kultur haben. ‚If I Were President: My Haitian Experience‘ steht in enger Beziehung zur Kultur von Haiti, die für die Welt übersetzt wird.“

Für das kommende Jahr plant Wyclef Jean eine Welttournee. „Die ‚Haitian Experience‘-Tour wird die Musik, die Kunst, die Kultur und definitiv den Karneval meiner Heimat beinhalten“, sagt Jean.


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