Es wirkt wie eine kleine Ewigkeit das Mark Rae mit seinem Partner Steve Christian die Downbeats aus Manchester in die Welt hinaus schleuderten. Es war Mitte der Neunziger Jahre als das Label Grand Central Records mit Acts wie AIM oder ONLY CHILD die Ohren der puristischen HipHop-Hörer gehörig durchspülte und neue future-funkige Impulse offenbarten. Nach einer scheinbar kreativen Pause ist der eine Teil des einflussreichen Duos mit neuem Partner und einer großen Liebe zu rohem, jamaikanischen Soundmaterial zurück.
Mark Rae kann auf einen reichhaltigen Fundus an Erfahrung im Musikgeschäft zurückblicken. Einen Fundus der ihn darin bestätigt, sein Ding, ohne die üblichen Kompromisse und Zugeständnisse, weiterzumachen. Den kongenialen Partner hat er in Rhys Adams gefunden. Zusammen sind sie YesKing und haben die wohl erste wirklich positive Überraschung des Jahres gebastelt.
Ähnlich wie bei den hiesigen DJ-Kollegen Mr.Scruff und Unabombers frönen die beiden ihre Version von lebhafter Underground-Kultur. Das ist der Punkt an dem sie sich zu etwas Besonderem herauskristallisieren. Sie definieren ihren Sound mit „Rock the World“ und lassen sich von verschiedenen Seiten beeinflussen – das Ergebnis spiegelt jedoch nicht den Sound der die Charts und Clubs weltweit beherrscht. Der eklektische Mix aus Dancehall, Ska, Disco, Soul, Ragga und rohem HipHop wirkt wie ein störrisches Kind, dass sich verweigert mit den aktuellen Transformers zu spielen, weil es die alten Star Wars-Figuren lieber mag und besser kennt. Mit selbigen Ansinnen haben sich schon viele in eine „Früher war alles besser“-Ecke selbst gelackmeiert. Im Fall von YESKING kann man jedoch beruhigt sein. Sie zeigen das sie Musikliebhaber und Kenner ihrer Materie sind und Freshness atmen. Ihre Platte eint, im legendären Schemata eines DJ-Sets vom britischen Soundsystem-Pionier Norman Jay am Notting Hill-Carneval, alle Styles die die urbane Kulturen beeinflussen und bewegen. Die Haupteinflüsse Dancehall und HipHop verschmelzen herrlich symbiotisch ineinander und werden mit den weiteren Einflüssen von rockigem Ska, starkem Soul und brachialen Afrobeat oder Discoelementen aufgemöbelt. Unterstützung gibt es von allerhand, bisher nur auf lokaler bzw. nationaler Ebene bekannten Künstlern wie Mystro, Ayak, Kenny Knotts oder Sweetie Irie. Im wahrsten Sinne: Move the Crowd.
Peter Hagen (Jazzriots)