Die 80er hatten ihre Lizzy Mercier Descloux, die 90er den Manu Chao, die ausklingende erste Dekade des dritten Jahrtausends sollte Zeep gewaltig feiern! Nina Miranda und Chris Franck, ein britisches Singer/Songwriter-Pärchen, musizierten früher mal als Smoke City, hatten mit “Underwater Love” sogar einen Jeanswerbung-Hit. Newbies sind sie also nicht, Zeep haben bereits in Venues wie der Queen Elizabeth Hall in London und bei Festivals auf der ganzen Welt gespielt, darunter das Womad Festival, Blue Note und Glastonbury. “People & Things”, ihr zweites Album, hört sich nach Soweto und Spaghettiwestern an, nach Bossa genauso wie nach Beats, Riddims und Rhymes agieren gleichberechtigt. Zeep präsentieren leicht, aber keinesfalls seicht jene modernen Variante der World Music, in der nicht jede Referenz unbedingt ihrem Herkunftsort zugeordnet werden muss.
Angenehm:Chris Franck ist ein überaus kompetenter Gitarrist, der unter anderem auch schon mit Baaba Maal, Femi Kuti und Sly and Robbie zusammen gearbeitet hat.
Nina Miranda kann und will wohl auch nicht ihre brasilianischen Roots verleugnen, singt teilweise portugiesisch und hat auch ihren Vater Luiz Aquila für eine Spoken-Word-Performance vors Mikro gesetzt. Ein absolut überzeugendes Album, das den Winterblues vertreibt!
Jo Neckermann