Eine Liebe als Brücke – unter diesem Motto könnte man die harmonischen Klänge von ,,Zepp” beschreiben. 1996 hatte das Projekt Smoke City mit ,,Underwater Love” eine beachtliche Hitsingle sowie erstaunliche Verkaufszahlen des Albums ,,Flying away”. Chris Franck, kreativer Kopf von Smoke City und Da Lata, hatte schon immer ein ganz speziellen Zugang zu brasilianischer Musik in seinen Entwürfen eingebaut. Presse und Hörerschaft versuchten immer wieder diese Werke in Kategorien zu drücken. Mal mehr TripHop, mal mehr experimentelle Popmusik, mal mehr Brazilectro oder Broken Beats. Die Spannbreite der Musik beider Gruppen hatte aber immer eine Basis: Die Liebe zum Brazil. Hier hinzu kommt jetzt, dass Nina Miranda, die Stimme von Smoke City, die Liebe zu ihrem Bandkollegen gefunden hatte und auch eine Affinität zu der Musik aus Südamerika hat. So entstand also ,,Zepp”. Da hat es wohl gefunkt auf allen Ebenen. Wunderbar, wenn man jetzt auf FAR OUT RECORDS das auch dokumentiert bekommt.
Nina’s geschmeidigen Stimme findet auf ,,Zepp” einen ganz simplen, druckfreien und unbeschwerten Sound, den ihr Mann mit verschiedenen brasilianischen Musikern entworfen hat. Die aus London stammten Brasilien-Fans bringen hier in den locker-flockigen Rhythmus die Komponente der Songwriting-Tradition mit ein. So sind die genannten Referenzen wie Beatles oder Joni Michell sofort nachvollziehbar. Wobei auf der anderen Seite man sich gerne auch an der Tradition der Zuckerhut-Musik der 60er und 70er Jahre (Jorge Ben, Gilberto Gil) orientiert. Im Gegensatz zu den Projekten aus der Vergangenheit zelebrieren die beiden Liebhaber die Songs mehr folkig, roh und organisch. Man merkt, dass es sich hier um eine authentische, handgemachte Jamsession unter Freunden handelt. Das macht diese Scheibe so sympathisch und regt hier und da doch den Gedanken an einen Caipi in einer heissen Sommernacht.
Peter Hagen (Jazzriots)